{"id":267,"date":"2012-03-17T23:03:01","date_gmt":"2012-03-17T21:03:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nobili.de\/wp1\/?page_id=267"},"modified":"2024-11-09T20:42:18","modified_gmt":"2024-11-09T18:42:18","slug":"baudenkmale","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.nobili.de\/wp1\/historie-von-st-ilgen\/baudenkmale","title":{"rendered":"Baudenkmale"},"content":{"rendered":"<p><strong>Baudenkmale von St.Ilgen<\/strong><\/p>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholderKatholische Pfarrkirche St. Aegidi<br \/>\nIm wesentlichen ist noch in den Umfassungsmauern die fr\u00fche Anlageform erkennbar, die man als dreischiffige, wohl flach gedeckte Pfeilerbasilika mit Querschiff und Chorquadrat sich vorzustellen hat. Nach 1462 und von 1780 bis 84 haben Umbauten dieses Bild stark ver\u00e4ndert. Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche zu einem Saalbau um gestaltet: dem Langhaus mit 3 Fensterachsen schlie\u00dft sich im Osten ein quadratischer flachgedeckter Chor, im Westen auf den St\u00fcmpfen der alten Pfeilerpaare eine Empore an.<\/p>\n<p>Ein wesentlicher Oberrest des romanischen Baues der Gr\u00fcnderzeit, etwa um 1170\/80, bildete die westliche Giebelwand mit dem Hauptportal und 2 kleinen Fenstern.<\/p>\n<p>Das romanische Portal zeigt einfache profilierte S\u00e4ulen und Pfeilervorspr\u00fcnge mit abschlie\u00dfenden, teils profilierten Kapit\u00e4len. Das Tympanon (Bogenfeld) abschlie\u00dfendem, einfachen profiliertem Rundbogen zeigt in der Mitte als Relieffigur einen sitzenden Heiligen, wohl den Kirchenpatron St. Agidius darstellend, dem der Heiligenschein und auch ein Buch in der linken Hand fehlt. Zur Rechten (vom Betrachter links) ein knieender M\u00f6nch, wohl der Stifter, welcher den Segen des Heiligen empf\u00e4ngt. Zur Linken ein knieender Abt mit Abtstab in Andeutung an den Abt des Mutterklosters Sinsheim. Alle Figuren tragen das Ordenskleid der Benediktiner. In der Kirche an der s\u00fcd\u00f6stlichen Chorwand befindet sich \u00fcber der Sakristeit\u00fcre ein Wappenstein mit geneigtem Schildyin welchem das Wappen der Herren von Venningen (2 gekreuzte Lilienst\u00e4be) mit einem Abstand zu erkennen ist. Da das Kloster nie einen Abt besa\u00df, deutet das Wappen auf das Mutterkloster Sinsheim wo selbst von 1406-09 ein Friedrich von Venningen als Abt genannt ist. So d\u00fcrfte dieser Stein auch um diese Zeit entstanden sein, vielleicht hatte gerade um diese Zeit das Kl\u00f6sterlein und auch der Ort durch diesen Abt neue Impulse erhalten.<\/p>\n<p>\u00dcber dem Wappenstein, ebenfalls in die Mauer eingelassen, befindet sich ein aus der R\u00f6merzeit \u00fcberkommenes Restst\u00fcck eines Denkmales, Grabmales oder Alters. Erkennbar ist das Brustbild eines J\u00fcnglings welcher mit der rechten erhobenen Hand eine Weintraube zum Mund f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Noch zu erw\u00e4hnen seien die Platten der beiden Alt\u00e4re rechts und links des Chorbogens welche der Gr\u00fcnderzeit entstammen und mit den Konsekrationszeichen (Bischofskreuze) versehen sind. Die dar\u00fcber stehenden Alt\u00e4re entstammen der Zeit des fr\u00fchen Barock (1620 Darstellung der heiligen Familie bzw. der Muttergottes). \u00dcber der Ausgangst\u00fcr steht eine \u00e4ltere Statue des St. Aegidius in Bischofstracht, danach eine sch\u00f6ne Pieta.<\/p>\n<p>Zwei ehemals aus der Kirche stammende Glocken befinden sich heute in der heimatgeschichtlichen Sammlung. Die \u00c4ltere davon tr\u00e4gt die Inschrift &#8222;Gegossen C. Riedel in Wiesental der kathilischen Gemeinde St. Ilgen 1851&#8243; die J\u00fcngere &#8220; St. Aegidius Patronus Ecclesiae filitas St. Ilgen &#8211; gegossen von Adolf Schweiger Rastatt 1894&#8243;. Ebenso befindet sich in der Sammlung die ehemals in der Kirche angebrachte Grabplatte des Fasaneriemeisters Hanusch mit der Inschrift &#8222;Im Jahr Christi 1773 den 26. Mertz starb der wohledle Herr Johann Georg Hanusch churpf\u00e4lzischer Fasanenmeister seines Alters 74 Jahr&#8220;. Gegen\u00fcber der Kirche , an der S\u00fcdwand des Hauses Hauptstra\u00dfe 21 ist eine kleine, dreieckf\u00f6rmige Reliefplatte eingemauert. Sie erinnert an den ehemaligen kurpf\u00e4lzischen Fasaneriemeister, Oberj\u00e4ger Hans Herterich (1609).<\/p>\n<p>Bei einem Gang durch das Dorf entdecken wir an der hofseitigen Wand des Hauses Weberstra\u00dfe 16 eine Wappenplatte der Familie Knecht. Drau\u00dfen in der Flur, in den Wiesen gegen Kirchheim\/Leimen und Nu\u00dfloch sowie im Feld gegen Sandhausen\/Walldorf finden sich eine Reihe \u00e4lterer Grenzsteine. Neben den Symbolen der Kurpfalz (Rautenwappen 1+2 ) und Baden (Wappen mit Schr\u00e4gbalken 3) finden sich Inschriften, welche auf die Gemarkung Nu\u00dfloch (N mit Tulpe 4). Gemarkung Sandhausen (5) (GSH) und auf die einst hier beg\u00fcterte Familie von Bettendorf (VB mit Ring hinweisen wie auch auf die Gemarkung St. Ilgen (GSJ mit Dreiblatt 7). Da gerade dieses Dreiblatt auch schon in einem alten Ortssiegel von 1701 zu finden ist, stellt sich die Frage, ob die R\u00fcben aus falscher Auslegung dieses Zeichens Eingang in das neuere Wappen gefunden hat. (1899). Eine andere Vermutung geht auch dahin, ob das Dreiblatt durch vereinfachte Darstellung der Lilie entstanden sein k\u00f6nnte, welche in der oberen Wappenh\u00e4lfte zu finden ist.<\/p>\n<p>Bis vor ein paar Jahren war im Wiesental im Bereich der Gerberswiesen noch ein interessanter Grenzstein zu finden, welcher im Wappenschild \u00fcber einem f\u00fcnfzackigen Stern eine Zinnenmauer (8) zeigte. Bis heute konnte dieses Symbol noch nicht gedeutet werden, es mu\u00df jedoch in einem Zusammenhang mit den ehemaligen Besitzrechten stehen.<\/p>\n<p>Interessant d\u00fcrfte bei dieser Betrachtung der Hinweis sein, da\u00df wie &#8222;Mone&#8220; in seiner Typographie der Kunstwerke von 1887 aussagt, der Altar in Kirrlach aus dem ehemaligen Sinsheimer Klosterhof, sp\u00e4teren Dominikanerhof zu St. Ilgen stamme und gerade vor einer Zerst\u00f6rung gerettet, durch Kauf 1803 nach Kirrlach kam.<\/p>\n<p>Es ist ein flandrischer Schnitzaltar in der Art der um 1510\/20 typischen Antwerpener Exportware. (Aufnahmen in der heimatgeschichtlichen Sammlung). Ein \u00fcberh\u00f6htes Mittelteil zeigt eine figurenreiche, hochansteigende Kreuzigungszene. Darunter angeordnet die Beweinung, bei der gleichfalls ein gro\u00dfer Personenkreis zugegen ist. Die Hauptgruppe auf der linken Seite die Auferstehung Christi vor Augen. Verk\u00fcndigung, Heimsuchung, die Geburt des Herrn und seine Beschneidung erscheinen in kleinformatiger Wiedergabe unter den beiden letztgenannten Gruppen.<\/p>\n<p>von Hans Benz<\/p>\n<p>Quelle: Heimatgeschichtliche Ausstellung &#8211; Aus der Vergangenheit von St.Ilgen &#8211; 9\/10 September 1978 Gemeindeverwaltung Leimen, Lit.: Die Kunstdenkm\u00e4ler des Gro\u00dfherzogtums Baden vd. 8 Abt. 2 Amtsbezirk Heidelberg, bearb. von A.v. Oechelh\u00e4user 1913, 0. Halter, Beitr\u00e4ge zur Geschichte von St. Ilgen, Mannheimer Gesch.Bl\u00e4tter IX 1908 s. 55 ff, X 1909 s. 111 ff XI 1910 s. 14 ff.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Baudenkmale von St.Ilgen Katholische Pfarrkirche St. Aegidi Im wesentlichen ist noch in den Umfassungsmauern die fr\u00fche Anlageform erkennbar, die man als dreischiffige, wohl flach gedeckte Pfeilerbasilika mit Querschiff und Chorquadrat sich vorzustellen hat. 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